SelfDelve-Blog

Grinch-Transformation, farblose Pädagogen und unerwartete Weihnachten
geschrieben am 09.12.2019 von Frau Müller

Die liebe Anja hat ja nicht nur ein treffliches Talent für die Gestaltung erotischen Equipments, sondern auch für Bloganfragen in allen möglichen unmöglichen Situationen. Die etwas länger zurückliegende Anfrage, welche mich an der Bar eines griechischen Hotels überraschte, war mir eine der Lieberen. Viel lieber zumindest, als die zum heutigen Beitrag, welche mich in einem Moment erreichte, in denen aufgrund von akutem vor allem beruflich bedingtem (Vorweihnachts)Wahnsinn mein körpereigenes Akkulämpchen aggressiv rot blinkte und der Countdown zu meiner Selbstzerstörung bereits in Millisekunden zur Null runter zählte. Zitat ihrer Mail: „Bei dir tippe ich ja eher auf die chillige Frau, die sich davon nicht so einwickeln lässt und nur das mitmacht, was ihr gut tut.“ Was soll ich sagen, ich bin auch nur eine Müllerin. Nix Chilli Milli. Aber ich finde gar nicht so schlecht, dass ich nach außen so entspannt wirke. So kommt es für meine Widersacher überraschender, sollte ich mich doch irgendwann mal dazu entschließen, den ein oder anderen „Stressfaktor“ an der Wurzel anzupacken. 

Aber genug der Unhyggeligkeit. Es weihnachtet sehr. Bei mir ja noch nicht so, das könnte am Wetter liegen, an der oben geschilderten Tatsache oder an dem Fakt, dass ich mich noch bis vor wenigen Tagen auf einem 9000 Kilometer entfernten französischen Überseeinselchen im indischen Ozean befand. Ja, wenn ich von Stress spreche, dann jammere ich auf sehr hohem Niveau. Jedenfalls ist auch in diesem Jahr die Geschenkebeschaffung im Müllerclan zum jetzigen Zeitpunkt recht weit fortgeschritten. Dem Internethandel, emsigen Boten und nicht zuletzt Herrn Müller sei Dank. Er entspricht da wirklich nicht dem gängigen Geschlechterklischee, dass sich Männer erst wenige Stunden vor der Bescherung des gesellschaftlich weithin akzeptierten Geschenkebrauchs bewusst werden und dann in nackte Panik ausbrechen. Nun, liebe Männer (und Frauen wie mich, nur ohne den gut strukturierten Herrn Müller), zwar leben wir nicht mehr im Zeitalter der Brieftauben und Postkutschen, dennoch haben sich auch die fleißigen Wichtel in der Dildowerkstatt ein Päuschen verdient. Der letzte Versandtag (bis 10Uhr) wird für alle Nutzer der besonders schnellen Zahlungsmethoden (Paypal, Kreditkarte, Nachnahme oder Lastschrift), der 23.12. sein. Wer per Vorkasse zahlen möchte, sollte sogar schon bis zum 20.12. bestellen. Danach gehen die Lichter in der Manufaktur bis zum 5.1.2020 verdienterweise aus. Bestellt werden kann natürlich jederzeit, nur der Versand erfolgt dann erst wieder ab dem 6.Januar. Ich denke, ich brauche euch an dieser Stelle nicht den besonderen Wert eines in Sachsen handgefertigten Design-Lovetoys zu erklären. Wer diesen Blog liest, kennt ihn bereits.

Möglicherweise kennt der ein oder andere Leser auch meinen eigenen Blog drüben bei Facebook bzw direkt auf kuckuckseiimlehrerzimmer und weiß daher, dass dieser schon ein ganz schönes Weilchen brach liegt. Anfangs aus Lustgründen, mittlerweile aus Zeitgründen. Nichts desto trotz gerate ich im Alltag immer wieder in Situationen, in denen mir diese Art Ventil in die Außenwelt fehlt. So zum Beispiel letzten Freitag. Der kleine Müller kommt heim und erzählt mir, dass seine Kumpels und er den Anfangdreißiger-Horterzieher gefragt hätten, ob er schwul sei. Über die Notwendigkeit dieser Frage brauchen wir an dieser Stelle nicht zu diskutieren, sie sind eben neun Jahre alt. Kein Kind mehr, sondern ein erwachsener Mann, zudem mit pädagogischer Verantwortung, ist der Horterzieher, umso verstörender dafür allerdings seine Antwort auf die Frage der Kinder: „Nein, weil Gott möchte das Männer Frauen lieben und umgekehrt.“ Facepalm vom feinsten. Sowas passiert im Jahre 2019 mitten in Deutschland. Leute, ich hab manchmal das Gefühl wir sind sowas von am Anfang. Und dann gibt es aber wieder kleine Lichtblicke. Wie die neue „Spaß mit Flaggen“-Kollektion von SelfDelve. Ja, ihr habt richtig gelesen und nein, Sheldon und Amy haben ausnahmsweise nichts damit zu tun. Anja hat wunderschöne knallbunte und äußerst vielversprechend strukturierte Toys in den zauberhaftesten Farben kreiert. Modell für die farbliche Gestaltung standen verschiedene Flaggen der Diversity Culture – von Gay über Trans und Pan bis hin zu Queer. Schaut rein und setzt ein Zeichen für menschliche Vielfalt und mehr Sichtbarkeit. Wenn es schon pädagogisches Fachpersonal nicht tut. Übrigens – an alle Amys und Sheldons unter euch – hat SelfDelve immer ein offenes Ohr für eure ganz individuellen Flaggenwünsche.

Zu guter Letzt noch ein Veranstaltungstipp: bei „Kunst und Eros“ in Dresden – einer Galerie für erotische Porzellanmalerei und zeitgenössische Kunst mitten im Barockviertel läuft noch bis zum 18.Januar die Ausstellung „Erotischer Advent“. Wenn ihr also übermenscht vom Striezelmarkt ein Kleinod für Geist und Lust sucht, dann werdet ihr womöglich dort fündig. Ich werd‘s mir eventuell anschauen, nachdem ich im Januar die Semperoper unsicher gemacht habe.

Genug der vielen Worte. Kommando Besinnlichkeit. Mir bleibt an dieser Stelle nur noch allen Kundinnen und Kunden, Projekt- und Geschäftspartnern und allen anderen wichtigen Menschen rund um die SelfDelve-„Familie“ Danke für das zurückliegende Jahr zu sagen und fröhliche Weihnachten samt einen guten Rutsch (höhöhööö) ins neue Jahr zu wünschen. Auf Wiederlesen im Jahr 2020.

Mit grinchigen Grüßen,

Eure Müllerin 

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Kommentare

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zufriedener Kunde
10.12.2019, 08:40 Uhr
Liebe Frau Müller, vielen Dank für Ihre Gedanken zum Weihnachtsfest und Jahreswechsel. Betreffs der Flaggen teile ich Ihre Wertung. Allerdings darf ich hinzufügen, dass die Flagge meiner Dame und mir auch im heterosexuellen Gebrauch durchaus viel Freude bereitet. Als Kundin/Kunde kann man auch auf einen Extrawunsch mit individueller Farbgebung ausweichen, wenn beispielsweise die herrlichen Neonfarben nicht ansprechen.
Außerdem möchte ich noch bemerken, dass das im Grundton blaue Bild mit Leda und dem Schwan mir ausgezeichnet gefällt.

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